Sonntag, 11. Oktober 2015

2015 Part I: Life is a Journey

Es sind nun schon wieder neun Monate des Jahres vergangen und ich kann mit Stolz behaupten, eines der ereignisreichsten und erfülltesten Jahre meines Lebens erlebt zu haben. Life is a journey! Und diese Reise bringt mich Woche für Woche an interessante Orte, wo ich immer wieder neue Geschichten höre und erlebe.
 
Vor einigen Tagen habe ich Panama in Richtung Florida verlassen. Mit Ausnahme von Puerto Rico, welches die nord- und südamerikanische Kultur vereint, und einigen Tagen in Tourismusmetropolen Mexikos habe ich Lateinamerika bisher noch nicht besucht. Dementsprechend freute ich mich besonders, auch diesen Kontinent noch zu entdecken.

Am 16. September 2015 startete ich mein Abenteuer Panama zusammen mit meinem Pokerbuddy Dario. Der erste Eindruck der Millionenstadt Panama City war eindrücklich, aber doch eher unerwartet. Die Stadt hat bestimmt eine der imposantesten Skylines der Welt!

Eine der eindrücklichsten, jedoch am wenigsten 
bekannten Skylines der Welt, mitten in Lateinamerika
 

Acht der zehn höchsten Gebäude Lateinamerikas stehen in Panama City.
 Den Reichtum verdankt Panama natürlich in erster Linie dem
weltbekannten, im Jahr 1914 fertig gestellten Panama Kanal

Doch entfernen wir uns vom amerikanisch geprägten Finanzzentrum der Stadt, so zeigt sich ein viel authentischeres Bild einer lateinamerikanischen Grossstadt. Wir beginnen unsere Entdeckungsreise am Mercado de Mariscos, wo in kleinen Restaurants Ceviche (eingelegter roher frischer Fisch), Fisch, Meeresfrüchte und natürlich Cocktails angeboten werden. Das Essen schmeckt hervorragend und die Atmosphäre ist einladend. Die Einheimischen kommen hier mit ihren Familien und Kindern um einen gemütlichen Abend zu verbringen und auch als einzige "Gringos" fühlten wir uns entspannt und willkommen. Bestimmt einer unserer positivsten Eindrücke Panamas. Leben und Leben lassen gilt hier als Devise!


Kleine Fischerboote der Einheimischen und die Skyline der
Finanzmetropole im Hintergrund, ein interessanter Kontrast

Am nächsten Tag besuchten wir Casco Antiguo, die „neue“ Altstadt. Diese wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, nachdem Captain Morgan 1671 das bisherige Stadtzentrum Panama Viejo völlig zerstörte. Im 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärten Casco Antiguo verbinden die typische spanische Architektur und die stilvoll gebauten Regierungsgebäude, Kirchen und Plätze zu einem besonderen Flair. Ein wirklich bezauberndes Ambiente, welches zum Spazieren und Bewundern einlädt.


Das Casco Antiguo mit den malerischen
Gebäuden im spanischen Stil


Auf dem Dach der Tantalo Bar geniesse ich mit Aussicht auf die von Gewitterwolken
gezeichnete Skyline der Stadt ein einheimisches Bier. Salud!

Nicht weit vom Casco Antiguo entfernt, vor den Toren des als Ghetto bekannten Quartiers Chorillo finden wir das stillvoll gebaute "Maracana". Im Gegensatz zu anderen südamerikanischen Ländern ist Fussball in Panama eine vollkommen friedliche Angelegenheit. Sport vereint Menschen! Ganze Familien mit Frauen und Kindern besuchen das Spiel und während dem ganzen Spiel wird von den Fans begeistert Musik gespielt.   


Im nicht mit dem weltberühmten Maracana in Rio zu verwechselnden
Nationalstadion sehen wir uns das Fussballspiel des FC Chorillo gegen Chiriqui an.

Etwa die Hälfte der rund 3,5 Millionen Einwohner Panamas wohnt in der Hauptstadt. Das Land hat aber dank der Schönheit seiner Natur für Besucher insbesondere ausserhalb der Wirtschaftsmetropole sehr viel zu bieten! Wir nutzten zwei freie Tage für einen Ausflug auf die Pazifikinsel Contadora.

Mit einer kleinen Propellermaschine unterwegs auf die Pazifikinsel

Der 20 minütige Flug bietet bereits ein wunderbares Panorama
der Skyline Panama Citys und der Inselwelt vor den Küsten Panamas.

Isla Contadora ist ein Luxusparadies! Die rund zwei Kilometer lange Insel verzückt uns mit traumhaften kleinen Stränden mit weissem Sand und glasklarem blauen Meerwasser! Wir verbringen zwei erholsame Tage beim Schwimmen, Spazieren und Schwelgen in bezaubernder Natur.
 

Leere weisse Sandstrände und kristallblaues
Meerwasser auf der Luxustrauminsel

Ein Schiffwrack am Playa Larga auf Isla Contadora

Contadora erstaunt uns mit einem
gut ausgebauten Strassennetz

Schon vor den aufregenden zwei Wochen in Panama führte mich dieses Jahr meine Reise über eine ganze Reihe von spektakulären Destinationen auf vier Kontinenten: Nordzypern, Singapur, Kambodscha, Macau, Hong Kong, Südkalifornien, Las Vegas, Bayern, Österreich, Tomorrowland, Montenegro, Graubünden, Panama, um nur einige zu nennen! Die schönsten Momente dieser Reisen möchte ich nun noch einmal aufleben lassen.  
Am 04. Februar flüchtete ich aus dem Schweizer Winter in Richtung Singapur, wo ich bei meinem guten Freund Alph wohnen durfte. Zusammen mit Alph besuchte ich am Wochenende den Singapore Turf Club. Dort sollte Trudeau, das durchtrainierte Rennpferd von Alph’s Kumpels Disco und Simsy, sich mit ebenso stämmiger Konkurrenz messen. Eine einmalige Gelegenheit, da ich dank der Einladung der Rennstallbesitzer das Rennen aus der Loge verfolgen konnte und auch das Warm Up in der Einreithalle aus nächster Nähe miterleben durfte.

Die stämmigen Hengste aus nächster Nähe in der Einreithalle beobachten

Mit Alph, den Rennstallbesitzern und "unserem" Jockey aus Australien

Vor dem Rennen gilt es natürlich seine Wetten zu platzieren. Dabei kam ich in einen Konflikt, da Trudeau im Hauptrennen gegen den Hengst Martin antreten musste. So entschloss ich mich, mein Wettguthaben aufzuteilen...

Renn, Martin, Renn...
 
Leider wurde mir aber der Wettgewinn und der Gang in die Champagnerloge durch das Pferd One Rar verwehrt, welches sich letztlich mit einer Länge Vorsprung durchsetzte. 


Das spannende Rennen der Loge des noble Singapore Turf Clubs
live mitverfolgt


Drei Tage in Phnom Penh, wo ich mit meinen Freunden Daniel und Zane feiern durfte, und eine Reise ins asiatische Zockerparadies Macau rundeten meine Zeit im fernen Osten ab. In Macau traf ich meinen Freund Nico, der mit seiner Frau Caroline unterwegs war, und wir grindeten täglich im Pokerraum des Wynn. Da dann aber das Chinese New Year bevorstand, welches sowohl die Hotelpreise als auch die Wartelisten beim Poker ins Astronomische steigen lässt, hiess die Devise nach einigen Tagen Flucht aus Macau! Ich entschied mich für die Weiterreise über den Pazifik in Richtung Los Angeles.
 
In den folgenden drei Monaten habe ich die Gegend in Südkalifornien wegen ihrer Vielfältigkeit und der grenzenlosen Möglichkeiten ins Herz geschlossen! Bezaubernde Landschaften, Meer, Klippen und Strände, die berauschende Stimmung in Meeresnähe, prickelnde Cocktails in Hollywood und natürlich die besten Pokerpartien der Welt werden mir noch lange Zeit in Erinnerung bleiben.
Beginnen wir mit diesen Pokerpartien. Gerade in Los Angeles fällt man beim Poker mit einem leichten Akzent bestimmt nicht auf. So spielte ich eines Samstag Nachmittags eine gemütliche Runde mit einem Italiener, einer Koreanerin, einem Chinesen, einem Philippino, einem Deutschen, einem Armenier, einem Inder und einem Amerikaner. Letzterer kam bezeichnenderweise aus Ohio. Los Angeles hat noch wenige grosse Talente hervorgebracht und auch die Pokerkenntnisse der internationalen Runde waren zu meiner Freude eher bescheiden ;-) Neben dem Hollywood Park Casino und dem berühmten Commerce spielte ich auch regelmässig im eine Stunde nördlich von Los Angeles gelegenen Ventura, wo ich in einem kleineren Card Room um so grössere Action fand! Viele Unternehmer aus der Gegend fanden sich hier jeweils mit grosser Spielfreude ein. Beim Poker zeigt sich denn auch, wer im Leben Erfolg hat, denn diese spielfreudigen Unternehmer waren zumeist redselige, smarte, gut aussehende Männer.
 
Im mit über 140 Tischen grössten Pokercasino der Welt, dem Commerce
 
Auch im kleineren Cardroom von Ventura
fand ich regelmässig super Action


 
Auf der Fahrt von Santa Monica nach Ventura erlebte ich zudem entlang
der Berge von Malibu eine der schönsten Küstenstrassen der Welt


Das internationale Bild der Pokerrunden zieht sich durch die Gesellschaft der Hollywoodmetropole durch. Auf die Frage ob jemand von hier sei lautet die Antwort zumeist „I live here“. Ich wohnte drei Wochen lang in Privatunterkünften in Hermosa Beach und anschliessend mieteten meine Buddys Dario und Baki mit mir gemeinsam eine schicke Wohnung im Zentrum von Santa Monica. Das zwischen Malibu und Venice gelegene, moderne Santa Monica erlangte nicht zuletzt als "Daheim" von David Hasselhoff und Pamela Anderson auch in Europa Berühmtheit. Wir wohnten lediglich vier Blocks entfernt von der gemütlichen 3rd Street Promenade, im ganzen Grossraum LA die einzige mir bekannte Fussgängerzone!

Wohnen mit Meersicht in Hermosa Beach, ein Traum!
Chillen und die Aussicht geniessen
Blick von Hermosa Beach in Richtung der Halbinsel Palos Verdes
Palos Verdes wurde wegen des faszinierenden Blicks über die langgezogene
Küste zu meinem Lieblingsziel für meine morgendliche Fahrradtour
Das Meer und der langgezogene weite Strand von
Hermosa Beach laden zum spazieren und erholen ein
Santa Monica mit der Strandpromenade und dem durch Baywatch berühmt
gewordenen Pier bietet eine besonders berauschende Stimmung in Meeresnähe

Auch der Besuch von Sportveranstaltungen war natürlich wieder fester Bestandteil der Tagesordnung. Die Clippers und Lakers im Staples Center, die Ducks in der Disneystadt Anaheim und auch College Basketball der UCLA durfte ich mit meinen Freunden live mit verfolgen. 
 
Die spannende Partie der Clippers gegen die San Antonio Spurs
 im Staples Center. Wohl eine der letzten Chancen, die Spurs Legende
Tim Duncan live zu erleben.

Aus der zweiten Reihe die Intensität des Eishockeys hautnah miterlebt.
Die Ducks bezwingen die Detroit Red Wings in letzter Sekunde.


Mit Dario, Max, Sanek und Jenny beim College Basketball...

...im Pauley Pavillon der bekannten UCLA in Westwood

Vom Ambiente her bestimmt die interessanteste Affiche, denn die
zahlreichen Studenten sorgten für ordentlich Stimmung in der Halle

Die Lakers kriegen von Dirk Nowitzki und den Mavs auf die Kappe


In den Playoffs hiess es erneut Clippers vs. Spurs. Die Heimmannschaft um CP3 und 
Blake Griffin eliminiert in sieben spannenden Spielen den Titelverteidiger 

Pausenunterhaltung mit Gangsta's Paradise von Coolio, unserer
Generation noch bestens aus der Jugend bekannt

In Südkalifornien scheint 365 Tage im Jahr die Sonne! Dies bringt mich in gute Stimmung und auch dank der Gesellschaft von Max, Dario und Baki unternehme ich viel in der Natur. Die Wanderwege rund um die Hollywood Hills bieten ein herrliches Panorama auf Hollywood und den Grossraum Los Angeles.

Mit Max beim Wandern in den Hollywood Hills. Den berühmten Hollywood
Zeichen kommen wir dabei ziemlich nahe.

Blick auf Hollywood und Downtown LA vom berühmten Runyon Canyon aus

Die freien Tage nutzte ich immer wieder für Ausflüge. so auch auf
Santa Cruz Island, der grössten der kalifornischen Kanalinseln.



Mit Baki genoss ich auf der Insel die absolute Stille
und die schönen Aussichten auf Felsen und Meer.


Einfach nur den Moment geniessen


Neben der Vielfältigkeit der Natur bietet Los Angeles auch diverse Ausgehmöglichkeiten und sehr gute Restaurants. Gerade in der Restaurantszene ist die Konkurrenz so riesig, dass lediglich Spitzenqualität überlebt. Das Ausgehen ist in LA ziemlich casual, was uns Pokerspielern natürlich entgegen kam. Besonders gut gefiel es uns Downtown in der Rooftopbar des Standard Hotels und in Santa Monica, wo im Shangri La, im Bungalow und weiteren Hotspots Einheimische und Touristen gleichermassen das berauschende Ambiente in Meeresnähe genossen.


Chillen mit meinen Buddys im Whirlpool des 1010 Wilshire
Aussicht aus einer Rooftopbar in Downtown LA
In der Bar des Shangri La im trendigen Santa Monica
 
Dank guter Gesellschaft, Erfolg beim Spiel und dem perfekten Klima vergingen die drei Monate in den USA wie im Schlaf. Ich rundete den Trip mit einem Kurzbesuch in Las Vegas ab, wo ich Robert traf und mit ihm die fantastische Show Le Rève im Wynn besuchen durfte, und bekam für ein Wochenende Besuch von meinem Bruder Marc. Wir quartierten uns hierfür wieder in Santa Monica ein und unternahmen von hier aus viel: wandern in den Hollywood Hills, ein Besuch im edeltouristischen Einkaufszentrum „The Grove“ in Beverley Hills sowie eine Spazierfahrt entlang dem durch den gleichnamigen Film bekannten Mulholland Drive mit Kaffeepause im berühmten Starbucks im Beverley Glen Center in Bel Air, wo täglich auch Prominenz ihren Kaffee holen geht. Wir trafen zwar an diesem Tag keine Prominenten, jedoch durchaus ein interessantes Publikum. Grossmütter mit Facelifting und 16-jährige High School Kids in ihren Corvettes verraten einiges über die wohl nobelste Wohngegend Bel Air. 

Mit Robert im Theater des Wynn in Las Vegas

Die Show Le Réve riss uns mit einzigartiger Akrobatik und Bühnenshow vom Sitz

Mit meinem Bruder Marc beim Wandern in den Hollywood Hills

Am 11. Mai 2015 war die traumhafte Zeit in Südkalifornien dann vorerst vorbei und ich trat meine Heimreise an. Dank der guten Ergebnisse am Pokertisch gönnte ich mir hierfür erstmal ein Business Class Ticket. Business fliegen muss zuerst gelernt sein. Nach einem Bier in der Airport Bar merkte ich, dass ich ja in die Lounge dürfte. Für einen Whisky Sour vor dem Abflug reichte es dann dort gerade noch…  

Prost auf eine geile Zeit in Kalifornien

Ein noch ereignisreicherer Sommer würde mir bevorstehen. Eine weitere Reise nach Las Vegas und Südkalifornien, zwei Wochen im unentdeckten Urlaubsparadies Montenegro und ein Besuch am geilsten Musikfestival der Welt, dem Tomorrowland! Mehr dazu in Part II meines Jahresrückblicks. So Long…
“Life is not a matter of holding good cards, but of playing a poor hand well”
Robert L. Stevenson, schottischer Autor (1850 – 1894)

 
 

 

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