Mittwoch, 24. Juni 2015

Von Florida über Nepal nach Jakarta - Herbstkollektion 2014


Die letzten Wochen und Monate habe ich mehrheitlich in Südkalifornien verbracht, fasziniert von der einzigartigen Vielseitigkeit der Natur, den unbegrenzten Möglichkeiten und der täglich guten Action an den Pokertischen. Mit einer Anekdote aus der Rubrik "Gespräche am Pokertisch" möchte ich denn auch meinen Blog beginnen. Ich kam ins Gespräch mit Jay, einem Einheimischen aus Venice, der dort gemäss zuverlässigen Quellen Handel mit Landwirtschaftsprodukten betreibt.
Jay: „What Kind of food do you eat over there in Europe? Is there a favorite dish you have?”
Martin: „I like "Wiener Schnitzel"” und noch vor ich erklären konnte…
Jay: “What…
The Hot Dog?”
Martin: *entsetztes Staunen*
Wie ich später herausfand gibt es in den USA tatsächlich eine Fast Food Kette namens wienerschnitzel, die Hot Dogs verkauft. Doch vor ich dann im nächsten Blog über meine Erlebnisse im Land der unbegrenzten Möglichkeiten berichten werde, möchte ich die Höhepunkte meiner Reisen im letzten Herbst und Winter noch einmal aufleben lassen.

FLORIDA
Am 04. September 2014 flog ich nach Miami, um mir in Florida die schönen Strände, die atemberaubenden Landschaften und natürlich die zahlreichen Casinos anzusehen. Nebenbei plante ich den Besuch von zwei grossen Sportveranstaltungen. Den Beginn machte das Fussballspiel Brasilien gegen Kolumbien, welches vor ausverkaufter Kulisse von 73‘429 Zuschauern (Rekord für Florida) im Sun Life Stadium über die Bühne ging. Das waren etwa 65 tausend Kolumbianer, achttausend Brasilianer und ich… Die emotional geladenen Fans zeigten eindrücklich, weshalb Sitzplätze an Fussballspielen eigentlich überflüssig sind. Mit viel Leidenschaft gingen die Brasilianer und Kolumbianer jeder Ballbewegung nach und sorgten für eine für ein Freundschaftsspiel einzigartige Atmosphäre.


Die Superstars Neymar und James dürfen auflaufen, ich bin bereit!

Brasilien setzt sich vor 73'429 frenetischen Fans mit 1:0 gegen Kolumbien durch


An gleicher Stätte feiert zwei Tage später vor Beginn
des Footballspiels erst mal Amerika sich selbst

New England verliert zum Saisonauftakt gegen die einheimischen
Dolphins; ein paar Monate später durfte ich aber den vierten
Super Bowl Titel "meiner" Patriots feiern.

Am 08. September startete ich einen Roadtrip durch den Sunshine State, getrieben von 300 Pferdestärken des brandneuen Mustang Cabriolets. Ich verbrachte die Tage am Meer und auf der Strasse entlang von Stränden sowie den berühmten Sumpflandschaften Floridas und die Abende am Pokertisch. In 20 verschiedenen Casinos entdeckte ich ein durchaus spielfreudiges und kulturell durchmischtes Volk. Meine Route führte der Atlantikküste entlang bis Jacksonville, quer durch den Staat an der Hauptstadt Tallahassee vorbei bis nach Panama City und durch das Landesinnere südwärts zur Golfküste bis nach Naples.
 
Mit dem brandneuen Mustang Cabriolet im Sunshine State unterwegs
 
Das Cruisen entlang der Strände und Sumpflandschaften
Floridas machte mir sichtlich viel Spass
 
Relaxen am zauberhaft gemütlichen Strand des
Lovers Key State Parks in der Nähe von Naples
 
Im Casino von Melbourne, Florida, lernte
ich meinen Watch Brother Ben kennen
 
Während ich in drei Wochen 20 Casinos besuchte, viel mir besonders auf dass die Spielvariante Pot Limit Omaha sich in den Spielhöhlen Floridas zunehmend grösserer Beliebtheit erfreut. Ebenso im brandneuen Maryland Live Casino in der Nähe von Washington D.C., welches ich mir im Rahmen eines Tagesausflugs noch anschauen ging.   

Rasch für einen Tag ins brandneue
Casino nach Maryland geflogen
 
Aus dem Flugzeug sieht die Gegend um Baltimore traumhaft aus


ZYPERN

Der nächste Herbstausflug führte mich in den türkischen Teil der Mittelmeerinsel. Zypern ist eine sehr sehenswerte Insel mit atemberaubenden Meer-, Klippen- und Berglandschaften. Mit meinem Kumpel Baki spielte ich einige Tage Poker im Merit Hotel & Casino, wo ich auch im Januar 2015 noch eine Woche verbringen würde.

Schöne Aussichten beim Hafen von Girne, Nordzypern

Auch mitten im Herbst noch gemütliches Chillen
bei angenehmen Temperaturen am Pool

LONDON

Vor meine grosse Asienreise beginnen würde verbrachte ich ein Wochenende in der lebendigen Hauptstadt Grossbritanniens. Nach zwei Tagen Poker im Vic und Palm Beach Casino reiste ich zu meinem Freund Ash nach Reading. Dort konnte ich (eine Woche vor Abreise) mit Ash in einem lokalen Restaurant die nepalesische Küche testen – Nepal sendete früher viele Söldner (Gorkhas) in die britische Armee, weshalb viele Nepalesen in London und Umgebung wohnen. Am nächsten Tag gingen wir zusammen ins berühmte Wembley Stadion, um uns das Footballspiel der Lions gegen die Falcons anzuschauen.

Zauberhaft, wie die 90'000 Fans im Wembley Stadium vor dem Spiel die Fahnen von Grossbritannien und der USA bilden


Ash und ich sind bereit für das Spiel der Atlanta Falcons gegen die Detroit Lions

In einem ultraspannenden Spiel setzen sich die Lions in letzter Sekunde durch

NEPAL

Meinen letzten Blog habe ich den Kindern Nepals gewidmet und über die eindrückliche Zeit mit der Familie Prasain berichtet (Für Kinder in Nepal). Etwas traurig stimmt mich, dass ich den aktuellen Blog einige Wochen nach den verheerenden Erdbeben in diesem Land schreibe. Besonders da ich in meinem Besuch von der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt des Landes und der Herzlichkeit der Einwohner sehr beeindruckt war. "Meine" Kinder durften vor einigen Tagen endlich wieder zur Schule gehen. Ich freue mich über positive Nachrichten wie diese und danke herzlich allen Freunden und Verwandten, die für den Bau des neuen Kinderheims und aktuell für die Aufbauarbeiten nach der Naturkatastrophe gespendet haben!
Mit meiner Reisebegleiterin Angi habe ich in vier Wochen Nepal auch neben der Freiwilligenarbeit viele bleibende Eindrücke gesammelt. Am 04. November machten wir mit unserem Gastgeber David eine Besichtigung der Haupt- und ehemaligen Königsstadt Kathmandu, zu welcher sich auch Domi aus England und Justyna aus Polen anschlossen. Wir begannen den Ausflug im Svayabunath, wegen der vielen Affen (ja keine Kartoffelchips kaufen!) auf der Treppe zum Tempel hoch auch Monkey Temple genannt. Der Tempel ist geprägt von buddhistischen Figuren mit viel Gold, es werden aber auch Götter des Hindu verehrt. Nach dem Besuch eines weiteren Tempels und der grossen Buddha Stupa gingen wir weiter zum Pasupathinath, einer hinduistischen Tempelanlage, wo wir dem Prozess der Leichenverbrennung beiwohnen konnten. Der Tod gilt in der Hindu-Religion als unrein, weshalb dieser Prozess noch am Tag des Ablebens stattfinden muss.
 

Zu viert auf der Rückbank des Suzuki Maruti Taxis
unterwegs zu den Sehenswürdigkeiten Kathmandus

Die Augen des Buddhas warten auf uns, nachdem wir die über
300 Stufen hoch zum Monkey Temple erklimmt haben

Bilderhafte Skulpturen der Hindugötter Brahma, Vishnu und Parvati

Bei der grossen Buddha Stupa im Zentrum von Kathmandu

Dem hinduistischen Ritual der Leichenverbrennung ganz nahe beigewohnt

Die nächsten Tage widmeten wir uns voll der Freiwilligenarbeit im Heim und machten vereinzelte Ausflüge ins hektische Touristenviertel Thamel und in unser Lieblingsrestaurant KFC (was mit der Fastfoodkette nichts zu tun hat und auch nicht für „Kathmandu Fried Chicken“ steht). Die nepalesische Küche ist sehr schmackhaft und bietet neben dem Nationalgericht Dal Bhat (Reis mit Linsensuppe) auch verschiedenste Curryvarianten und die von Angi und mir heiss geliebten Momos (gefüllte Teigtaschen).


Angi und ich bestens ausgerüstet für die
doch recht staubigen Strassen Kathmandus


Unser Lieblingsrestaurant KFC

Meine eigene Eiscremekette in Nepal bewundert

Ab 14. November hatten wir dann vier Tage frei und planten einen Trip in den Nationalpark Chitwan und die am Fusse des Annapurna-Gebirges im Himalaya gelegene Stadt Pokhara. Die Fahrt nach Chitwan führte durch gebirgige und kurvige Strassen. Viele Lastwagen und Busse fuhren auf dieser Hauptverkehrsachse und so kamen wir selten mit mehr als 30 km/h vorwärts. In Chitwan angekommen machten wir am Abend mit unserem Guide Babu einen Ausflug ins Elefantencamp (Breeding Center), wo weibliche Elefanten mit ihren Babys an Ketten leben.

Eine "Elefantin" mit ihrem sechs Wochen alten Baby im Breeding Center

Zurück im Hotel machten wir eine lustige Feststellung, nur wenige Meter von unseren Zimmern entfernt verbrachte ein Elefant die Nacht! Während der Touristensaison werden die Elefanten zu Schwerstarbeitern und müssen viele tägliche Ritte in den Dschungel bewältigen. Die Nächte verbringen sie (natürlich angekettet) bei ihren Haltern mitten im Dorf, wo sie auch ausgiebig gefüttert werden.

Am folgenden Tag machten wir eine Bootsfahrt im durch den Morgennebel mystischen Fluss und einen Spaziergang im Dschungel, wo wir viele Vögel und Rehe, jedoch (noch) keine Nashörner und Tiger, sehen.
 
Sonnenaufgang im "mystischen" Fluss

Schöne Landschaften in Mitten des Nationalparks Chitwan

Nach dem obligaten Elefantenritt auf der 35-jährigen Puman Kali wollten wir abends Domi und Justyna besuchen gehen, die auch gerade im Ort waren. Gerade als wir das Hotel verlassen wollten, stürmt unser Guide Babu auf uns zu und schreit „Noooooooo not possible, wild animals running round at night“. Ein wilder Elefantenbulle treibe diese Tage im Dorf sein Unwesen. Nicht allzu verwunderlich bei so vielen Weibchen im Ort ;-) So gingen wir stattdessen mit Babu unsere Nachbarin Puman Kali besuchen und halfen bei der Fütterung. Anschliessen kehrten wir mit ihm bei einer einheimischen Familie auf Bier und Raxi (nepalesischer Wein) ein. Dank der Gesellschaft des sympathischen Babu’s wurde es zu einem äusserst lustigen Abend.

Mit unserer Nachbarin Puman Kali

Von den einheimischen Tharu mit Angi
und Guide Babu zu Raxi und Bier eingeladen
 
Der nächste Tag begann mit einem Morgenspaziergang mit Babu. Nach etwa 10 Minuten sieht er ein schlafendes Nashorn! Wir pirschen uns näher und näher… Plötzlich erwacht das Nashorn und begibt sich in Kampfposition. Da sagt Babu nur noch „RUN!“. Für ein Foto hat‘s noch gereicht vor wir im Zickzack um unser Leben rannten…


Schnappschuss vom Nashorn, vor wir
ganz schnell davon laufen mussten

Noch am selben Nachmittag kommen wir in Pokhara, der Tür zum Himalaya Gebirge, an. Es blieb noch Zeit für einen Spaziergang am Phewa-See, ehe wir früh schlafen gehen. Denn wir stehen am nächsten Morgen früh auf, um auf dem Sarangkot Berg den Sonnenaufgang und das eindrückliche Bergpanorama der Annapurna-Region zu bewundern.

Das eindrückliche Panorama der Annapurna Gebirgskette
im Himalaya mit mehreren Achttausendern

Der berühmte Fishtail Mountain, das "Matterhorn Nepal's"

Am Nachmittag geht Angi shoppen und ich suche mir das Gleitschirmfliegen als Beschäftigung aus. Eine wundervolle Aussicht auf den Phewa-See und das Gebirge sowie das Gefühl zu fliegen werden mir in Erinnerung bleiben! Vor am nächsten Tag die Rückreise nach Kathmandu anstand, gingen wir am Abend in Pokhara Essen. Zufällig lernen wir Thomas aus Solothurn kennen, der auf einer Motorradtour durch Nepal ist und uns spannende Eindrücke seiner Reise vermittelt.

Mit Abenteurer Thomas aus Solothurn beim Abendessen in Pokhara
 
Die nächsten Tage verbrachte ich wieder bei der grossen Familie im Heim. Wir gingen noch die Königsstadt Bakhtapur anschauen und genossen ansonsten die letzten Tage mit den Kindern, welche wir allesamt sehr ins Herz geschlossen hatten. Weil es so schön war, hier nochmal einige Bilder…
 
 
Mit Angi's und meinem "Lieblingskind" Rosan beim Picknick
 
Die Sonne geniessen mit Gastgeber David


Abschied von der grossen Familie für Angi und mich

PHNOM PENH

Nach dem berührenden Abschied von David, Mariya und ihren 15 Kindern zog ich weiter in die Hauptstadt Kambodschas, wo ich zwei Wochen lang die lokale Omaha-Partie spielte. Ich hatte einen sehr guten Lauf und zudem gute Gesellschaft. In Asien finde ich beim Poker immer wieder rasch neue Freunde, mit denen ich nach den Partien Ausgehen und "Party machen" kann. Nicht zuletzt auch deshalb ziehen mich asiatische Grossstädte jedes Mal aufs Neue wieder magisch an.

Vor meiner Weiterreise traf ich dann noch Tobi und Sabine, meine ehemaligen Arbeitskollegen und aktuellen Blogschreiber-Kollegen, die gerade von einer eindrücklichen Weltreise heimkehrten (http://welterkunder.blogspot.com/).

KUALA LUMPUR 
Der nächste Halt auf meiner Asienreise war die pulsierende Hauptstadt Malaysias. Ich hatte dort lediglich einen Tag Aufenthalt, doch nur um ein Photo der berühmten Petronas Towers zu machen lohnt sich die fast stündige Taxifahrt vom Flughafen in das lebendige Zentrum der Metropole.


 
Im Zentrum der aufstrebenden Metropole Kuala
Lumpur stehen die Petronas Towers
 

Eines der eindrücklichsten Bauwerke der Welt bei Nacht...


... und in der Morgensonne

JAKARTA
Mein vorletzter Stopp auf der Asienreise war Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens. Es erwartete mich in der gemäss Wikipedia zweitgrössten Metropolregion der Welt eine verrückte Hektik. Ganze drei Stunden dauerte die Fahrt vom Flughafen ins Hotel im Abendverkehr. Dort angekommen begleitet mich der Portier ins Zimmer und fragt mich nach der Nummer. Als ich ihm die sagte, war ihm das Staunen sofort ins Gesicht geschrieben „That’s our president‘s suite“. Ich dachte zuerst, er mache Witze… Doch tatsächlich wurde ich in die schicke, mit viel chinesischem Porzellan dekorierte Präsidentensuite upgegradet.
 
Erstmal in der riesigen Präsidentensuite das Schlafzimmer suchen

Mit viel chinesischem Porzellan dekoriert, ja nichts kaputt machen!

Lange konnte ich mich aber nicht erholen, denn gleich ging es mit meinem Kumpel Alph und einigen seiner einheimischen Freunde los zum zum Djakarta Warehouse Project (DWP), dem grössten Electronic Dance Music Festival des Landes. Dort würden wir zwei Tage lang zum Sound der bekanntesten DJs der Welt wie Steve Aoki oder meinem Namensvetter Martin Garrix "abspacen".
 
Mit Alph, Jaz und der lokalen Verstärkung
auf dem Weg zur grossen Party


Bereit für Djakarta Warehouse Project 2014



Martin Garrix legt vor ca. 50'000 Partypeople
aus Asien und der ganzen Welt auf

Meine ereignisreiche und unvergessliche Asienreise liess ich mit zwei gemütlichen Tagen bei Alph in Singapur ausklingen. Danach war erstmal Weihnachten und Neujahr Feiern zu Hause in der Schweiz angesagt. Doch wer mich kennt weiss, lange würde ich nicht still sitzen. Nur wenige Wochen später ging schon meine nächste grosse Reise los. Fortsetzung folgt bald…
 
„Das Geheimnis des ausserordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz“
Buddha, Stifter der nach ihm Buddhismus genannten Religion
geboren ca. 563 v. Chr. In Lumbini, Nepal


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