Montag, 10. Februar 2014

Chilla in Manila & Fun in Palawan

Ankunft in der Hektik und im Smog von Hong Kong

Vor mein Kumpel Pete und ich die Reise auf die Philippinen antraten, verbrachten wir zwei Tage im Trubel von Hong Kong. Viele Wolkenkratzer, zumeist schmal gebaut, zierten die Skyline der Metropole. Der Wetterbericht war sonnig, doch wirklich sonnig wird es hier aufgrund des niemals zu verschwinden scheinenden Smogs selten. Doch wer nicht gerade auf das Sonnenbaden aus ist oder Angst vor riesigen Menschenmengen hat, für den bietet die chinesische Grossstadt einiges. Insbesondere mischen sich Einheimische und Expats im pulsierenden Nachtleben mit unzähligen Restaurants und Bars. Wir verbrachten den Abend in der bekannten Ausgehmeile Lan Kwai Fong. Da die Chinesen es drauf haben, Namen zu erfinden, die sich kein Schwein merken kann, wird diese von den Expats kurz „Soho“ genannt.

Blick auf die im Dauersmog gelegne Hong Kong Island

Im Kowloon Park, einer der wenigen grünen Ecken der Metropole

Üppige chinesische Mahlzeit für wenig Geld beim Caterking Dim Sum

Manila, Drittweltstadt oder Metropole nach amerikanischem Vorbild?

Am 29.12.2013 flogen wir dann dank kostenlosem Business Class Upgrade gemütlich mit der Philippine Airlines in die Hauptstadt des über 7‘000 Inseln umfassenden Staates. Wir wohnten im Geschäftsviertel Makati, welches aufgrund der zahlreichen Hochhäuser und Banken eher einer amerikanischen Grossstadt, denn einem Drittweltland ähnelte. Auf den Strassen Manilas herrscht immer viel Verkehr und der Trubel mit Jeepney, Tricycles wirkt einstweilen crazy, jedoch dennoch gesitteter als in anderen Ländern Asiens wie Kambodscha oder Vietnam.

Der Jeepney, ein typischer Verkehrsteilnehmer philippinischer Grossstädte

Wir waren auf die Philippinen geflogen, um einen meiner besten Freunde George und seine Familie zu besuchen. Aufgrund unvorhergesehener, bedauernswerter Umstände wurde jedoch einen Monat vor unserer Ankunft dessen Heimatort Tacloban City von einer Naturkatastrophe mit fatalem Ausmass heimgesucht. Während George mit seiner Familie den Urlaub auf eine andere Insel verlegte, sprang sein Bruder Felix in die Bresche als unser „Touristenführer“ in Manila. Zusammen mit Felix, seinem Kumpel Gilles und seinen Verwandten machten wir am 30.12.2013 einen Ausflug zum Lake Taal Kratersee in Tagaytay.

Mit Gilles, Felix und seinen Cousins Angelica und JV
sowie deren Grossvater beim Lake Taal in Tagaytay

Lake Taal mit dem aktiven Vulkan Taal in der Mitte ist das
begehrteste Ausflugsziel auf der grössten Philippineninsel Luzon

Die Region Metro Manila umfasst rund 12 Millionen Einwohner. Noble Gegenden mit Luxusresidenzen und Slums mit Wellblechhütten wechseln sich im Stadtbild der Metropole ab. Ein grosses Polizeiaufgebot ist insbesondere in den amerikanisch gestalteten Shopping Malls zum Schutz der reicheren Bevölkerung im Aufgebot. Als Weisser ist man ohnehin eine grosse Attraktion auf dem Inselstaat und zieht gelegentlich Blicke auf sich wie das achte Weltwunder. Wirklich in Gefahr kam ich mir in der Hauptstadt der Philippinen nie vor, jedoch galt es bestimmt aufzupassen und sich an die Regeln zu halten.

Den Silvesternachmittag verbrachten wir in der riesigen Mall of Asia, die neben unzähligen Shops und Restaurant auch ein Eisfeld zum Schlittschuhlaufen bot. Am Abend dann gingen wir in die Sky W Rooftop Lounge im noch nobleren Quartier BGC (Bonifacio Global City), wo wir zu elektronischer Musik abtanzten und die Feuerwerke vom Dach aus beobachten konnten, während wir uns zum neuen Jahr beglückwünschten. Ein gelungener Silvesterabend, welcher erst um sieben Uhr morgens endete. 

Der New Yorker Szene-DJ Amadeus heizte dem Partyvolk
in der Sky W Rooftop Lounge ein, während rundherum
die Feuerwerke das neue Jahr 2014 ankündigten

Pete mit unseren neuen Philippinischen Freunden Marvin, Jai und Carla

Happy New Year 2014! Mabuhay!!!

Wir feierten bis in die frühen Morgenstunden, als es
schon lange hell war in der Bonifacio Global City

Für das ausgehfreudige Volk bietet Manila ohnehin sehr viel. Unzählige Restaurants stehen insbesondere in den grossen Einkaufszentren zur Auswahl und nachts tanzt am Wochenende der Bär. Die Getränke in den Clubs sind günstig (ca. 100 Franken für eine Flasche Belvedere Wodka), der Sound fetzt und das Publikum ist jung und kontaktfreudig.

Einen ersten Ausflug in die Pokerszene Manilas machte ich am zweiten Tag des neuen Jahres. Vom Resorts World Manila, welches leider an früherem Glanz eingebüsst hat (es lief nur eine umgerechnet .50/1 Partie), ging ich in den Metro Card Club, wo ich einmal mehr die grosse Attraktion war. War ich schliesslich auch der einzige Weisse, der nicht zu der Kategorie 40+, Bierbauch, T-Shirt mit Spruch über Bier (z.B „One beer in each hand is my idea of a balanced diet“) und ein Light(!)-Bier nach dem anderen trinkend, gehörte. Es lief Action an über 15 Tischen, jedoch nur eine grössere Partie, eine umgerechnet 1/2 PLO Partie, welche sich schnell mal in eine 1/2/4/8/16 verwandeln konnte. Die Action war bombastisch, störend jedoch dass sich die anderen acht am Tisch alle kannten (inklusive der eine Vertreter der Weiss/Bierbauch/T-Shirt/Light-Bier-Generation) und nach dem Gewinn einer Hand einen Haufen Chips an die anderen am Tisch verteilten. Ich stiess dementsprechend schnell wieder zu meinen Freunden und liess den Abend in Makati ausklingen.

Nach einer Stadttour (historischer Teil Manilas mit Rizal Park, Intramuros) konnten wir am 03.01.2013 dann doch George, seine Frau Tanja, Tochter Isabelle und George’s Eltern in Manila treffen. Nach einem gemeinsamen Abendessen gingen wir mit George, Tanja, Felix und Gilles noch für ein paar Drinks, ehe wir uns von der Familie Mörgeli verabschiedeten und am nächsten Tag die Reise auf die Insel Palawan antraten. 

Wiedersehen mit einem meiner besten Freunde George;
fotografiert wurden wir von seiner vierjährigen Tochter Isabelle

Blick auf die Millionenmetropole Manila vom Hafen aus

Die Tropeninsel Palawan, ein Geheimtipp für Naturliebhaber

Auf der Trauminsel Palawan finden wir den krassen Gegensatz zu Manila. Die Tropeninsel ist bisher vom Massentourismus noch verschont geblieben. Alles ist nur einstöckig gebaut und es ist ruhig und gediegen, selbst in der fast 300‘000 Einwohner zählenden Hauptstadt Puerto Princesa. Nicht zuletzt wegen der Idylle und der Lage mitten im Urwald wird Puerto Princesa denn auch „City in the Forest“ genannt. Kriminalität ist hier ein Fremdwort und die Insel besticht mit einer enormen Sauberkeit. Taxis gibt es keine, als Fortbewegungsmittel dienen die Tricyles, eine Art Motorrad mit Seitenwagen für die Passagiere. Eine Fahrt im Tricycle kostet für Einheimische lediglich 8 Philippinische Pesos, d.h. umgerechnet 20 Rappen. Doch auch als Tourist wird man hier noch sehr freundlich behandelt und niemals abgezockt.

Am Flughafen angekommen mieteten wir uns ein Auto, ein geländetaugliches Toyota 4x4 Fahrzeug. Wir scherzten am Anfang noch, ein Cabrio wäre noch cool… Doch als wir später über die unzähligen Schotterstrassen der Insel fuhren, waren wir froh um unseren robusten Japaner. Zur Miete des Wagens benötigten wir im Übrigen lediglich eine gesunde Portion US Dollar, nach einem Führerschein wurde ich nie gefragt :-)

Unser geländetaugliches Fahrzeug steht in der
City in the Forest bereit für die Reise

Eine der besseren Schotterstrassen im Naturparadies


Am folgenden Tag, dem 05.01.2014, fuhren wir los in Richtung El Nido im Norden der Insel. Gemäss google maps sollte die Fahrt etwas unter drei Stunden dauern, doch google hatte die etwas prekären Strassenverhältnisse nicht einkalkuliert. Die letzten rund 60 Kilometer nach El Nido fuhren wir allesamt auf Schotterstrassen. Zudem war das Vorwärtskommen eher langsam aufgrund der zahlreichen Verkehrsteilnehmer, welche neben Tricycles, Motorrädern und Fahrrädern unter anderem auch Fussgänger, büffelgezogene Schubkarren, Hunde und Hähne beinhalteten.

Am Schluss benötigten wir für die Strecke fünfeinhalb Stunden. Die traumhaften Aussichten in El Nido entschädigten uns für die Fahrt aber allemal! Wir übernachteten in einem Cottage direkt am Meer und verbrachten die zwei Tage an den Traumstränden der aufstrebenden Feriendestination. Zeit, die Bilder sprechen zu lassen.

Von unserer Cottage direkt ans Meer von El Nido

Die Meer- und Insellandschaft der Feriendestination

 Spaziergang am ruhigen Nacpan Beach bei El Nido

Die Bucht von El Nido in der Abenddämmerung

Für das Inselhopping rund um El Nido blieb uns leider keine Zeit mehr bzw. wir haben so einen Grund mehr für eine Rückkehr! Am Tag meines 33. Geburtstages fuhren wir zurück nach Puerto Princesa, da am nächsten Tag der Besuch des Underground Rivers anstand, eines der „Seven new Natural Wonders of the World“, anstand. Als Touristenattraktion eher überbewertet (man fährt mit dem Boot ca. 2 km tief in die dunkle Höhle), ist der Underground River für Geologen bestimmt ein grosses Highlight, ist er doch mit einer Länge von 8.4km der längste unterirdische Fluss der Welt und bietet er jede Menge an imposanten Felsformationen zu bestaunen.

Der Underground River in Palawan gilt als eines
der Seven new Natural Wonders of the World

2 km tief im gesamthaft 8.4 km langen Fluss

Den Abschluss unserer vier erlebnisreichen und abenteuerlichen Tage auf Palawan bildeten ein Besuch des Ugung Rocks und eine Stadttour in Puerto Princesa, wo wir unter Anderem die Krokodilfarm besuchten. Ein etwas zweischneidiges Schwert, werden die Krokodile hier einerseits vor den Gefahren der Natur geschützt, auf der anderen Seite landen sie jedoch am Schluss doch auch auf dem Teller (das Crocodile Sisig schmeckt im Übrigen wirklich fein!).

Bereit für das Ziplining vom Ugung Rock

Die Krokos chillen in der Crocodile Farm bei Puerto Princesa

Palawan ist bekannt für das grösste Gefängnis der Philippinen – in der Iwahig Prison and Penal Farm verbringen leichte Straftäter ihre Haft ohne Aufsicht und ohne eingesperrt zu sein – und für die wunderschöne Natur, welche wir während vier Tagen geniessen konnten. Die Insel bietet jedoch auch noch einiges mehr, insbesondere werden wir die Freundlichkeit und trotz bescheidenem Lebensstil grosse Lebensfreude der Inselbewohner in Erinnerung behalten. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen, die Schulkinder, die uns auf der Fahrt zuwinkten und der Vater, der uns aus dem Auto zurief, als wir durch Puerto Princesa schlenderten und uns seine Tochter zur Heirat anbieten wollte ;-)

Schulkinder winken uns auf unserer Fahrt zu; eine von vielen schönen
Erinnerungen, welche wir von der Trauminsel Palawan mitnehmen

So long... Martin

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